Canobino


Nun geht es vom San Bernadino wieder zurück in Richtung Canobino.
Der Cannobino verläuft in einem tief eingeschnittenen Tal, landschaftlich wunderschön. Das Wetter ist optimal, der Wasserstand scheint auch zu passen.
Anfangs dümpelt man so vor sich hin. Unmerklich nehmen die Schwierigkeiten zu. Wir geniesen die tief eingeschnittene Schlucht und das Sonnenlicht, das immermal wieder bis zum Bach scheint.
Bald schon kommen die ersten unübersichtlichen Stufen und wir grübel, wie das hier vor einem Jahr war. Die Stellen sind uns nicht alle in Erinnerung geblieben. Letztendlich nach der der Stelle, von unten gesehen, erinnern wir uns wieder.
Max steigt zum Fotografieren aus und beschreibt mir von der Ferne die folgende Stelle. Irgendwie hab ich ihn aber falsch verstanden.
Ich fahre los und will meine Bootsspitze auf den Stein heben um dann rechts die Stufe zu boofen. Jedoch bekomme ich die Spitze nicht auf den Stein, weil der viel zu weit aus dem Wasser steht.
Ich dängle voll gegen den Stein und stehe. Das Wasser drückt mir mein Boot unter Wasser und ich kippe rechts die Stufe hinunter. Glücklicherweise hab ich richtig gekantet und kann unten ohne Probleme raus paddeln. Nochmals gut gegangen.
Wir paddeln zügig weiter. Das meiste nehme ich mit der Helmkamera auf, da man oft nicht ohne weiteres zum Filmen aussteigen kann. Ob die Aufnahmen was geworden sind, sieht man erst nachher. Eine direkte Kontrolle über die Aufnahme habe ich nicht.
Immer wieder kommen schöne Einzelstellen und wir nähern uns dem Kernstück. Vor uns taucht am rechten Ufer ein Paddler auf. Er winkt uns her und erklärt uns, dass weiter unten ein Baum überm Bach liegt. Als wir aussteigen, sehen wir, das die Paddler weiträumig umklettern, was für eine Aufwändige Aktion!!. Sie sind schon, gesichert mit Wurfsäcken, am Baum unten und machen sich daran, die Boote hinunter zu seilen. Uns stellt sich die Frage, wie die die Jungs nach dem Baum einsetzen wollen, denn hier sind glatte Felwände. Der Baum liegt direkt nach einer etwas rückläufigen Stufe, da darf man keinen Fehler machen. Einer der Paddel sagte, dass er schon unten am Baum war und dieser sich bewegt. Max meint daraufhin, er soll doch nochmals runter und versuchen, den Baum unter Wasser zu drücken. Gesagt, getan. Es gelingt ihm, den Baum so nach unten zu drücken, dass er auf der linken Seite etwas unter der Wasserlinie ist. Wir klettern zurück zu den Booten und starten. Zuerst geht es über eine Rutsche und dann gleich darauf in den Fall bzw. Strahl, der rechts in die Wand geht und links einen gigantischen Kreisel bildet, der einen wieder zurück zieht.
Max fährt etwas zu weit links über die Rutsche und kerzelt raus. Wenn das mal gut geht!!!!! Er kann sich gerade noch fangen und fährt die untere Stelle sauber. Ich folge weiter rechts und komme die Rutsche problemlos runter, dafür bin ich in der unteren Stelle zu weit links und komme in den Kreisel. Jetzt heißt es fett fett anziehen. Ich versuche aus dem Kreisel zu kommen jedoch gelingt es mir nicht und es geht wieder in Richtung Rücklauf. Die Paddler am Ufer feuern mich an. Ich ziehe nochmals voll an und schaffe es gerade so. Erleichtert fahre ich über den Baum und bin durch!!
Später muss ich mit bedauern feststellen, das der Aukku genau der Helmcam gerade hier sich verabschiedet hat und ich die besten Stellen nicht auf dem Film habe.
Die folgenden Stellen sind nicht einsehbar, klammig eng und Zwangspassagen. Hoffentlich sind keine Bäume mehr im Bach!!!!
Das Kernstück liegt nun hinter uns. Noch ein paar interessante Stellen, ein schöner seitlicher Fall und wir sind am letzten Umtrager, kurz vor Klammende.
Noch der letzte Genusshüpfer und vor uns liegt die Kirche St. Anna, die das Ende der Klamm ankündigt.
Eine schöne Klamm, die ab und zu für Überraschungen sorgen kann.






Pitzbach