Isorno


Um an die Isorno zu gelangen, muss man in das hinterletzte Tal fahren und das, bis Straße zu ende ist. Da es wohl mit einigen wild campenden Paddlern Probleme gab, entschlossen wir uns, die 5-Sterne Jugendherberge in Anspruch zu nehmen. Nachdem wir unsere Lager aufgeschlagen haben, gehen wir in das einzige Gasthaus, das geöffnet hat. Das Essen ist hervorragend, die Preise sind es aber auch! Am nächsten morgen verkneifen wir uns das Frühstück im Gasthaus und kochen uns unseren Kaffee selbst.
Wir tragen unsere Boote zum Bach hinunter. Glücklicherweise haben Max und ich ein Tragesystem, was die Schinderrei etwas vereinfacht.
Beim Anblick der ersten langen Rutsche ist die ganze Arbeit vergessen. Der Wasserstand ist nicht gerade übermäßig, aber zum Kennenlernen ideal.
Markus ist als erster an der Reihe. Gleich in der Anfahrt muss man aufpassen, denn sonst geht die Fahrt rückwärts weiter. Markus kann den Kurs aber noch korrigiren und rutscht geradewegs die Rutsche runter.
Um die Linie besser zu treffen entschließe ich mich, weiter rechts anzufahren, aber auch ich schieße in in die gegenüberliegende Wand und sehe mich schon rückwärts auf der Rutsche. Nochmals gut gegangen.
Max nimmt links das Kehrwasser und kann die Linie sauber anfahren.
Obwohl auf den Zwischenstücken das Wasser schon etwas dünn gesät ist ist die Fahrt nicht langweilig. Immer wieder kommen wasserreiche Katarakte.
Eine andere Gruppe hat uns vom Bach abgeraten. Nicht lohnend. Später haben wir erfahren, dass sie viel zu früh ausgestiegen sind und den größten Teil der schönen Stellen nicht gefahren sind. Und dafür das Boot 300 Höhenmeter hinaus geknechtet haben. Pech!!
Oft sehen wir in den einzelnen Stellen unterschiedliche Linien, die wir dann auch versuchen, so umzusetzen. Nicht immer entspricht die Theorie der Praxis und so gibt es ab und zu was zu lachen.
So wollte ich über die Felsnase hinaus über den zweiten Fall boofen. Ich bin dann in den zweiten Fall rein gekippt und vorn über runter.
Nachdem sich der Max die beiden Routen angeschaut hat, hat er sich kurzerhand umentschieden und sich gedacht, das mach ich jetzt richtig. So hat er einfach die Stufen zweimal gebooft.
Die nächste Stelle zeichnet sich durch eine Unterspülung aus, die direkt in der Stömungsrichtung liegt. Da darf man nicht schlafen und muss die Kurve kratzen.
Und endlich sind wir an der Kernstelle, dem Röhrenfall. Max und Markus steigen rechts aus, ich bin am linken Ufer und suche einen geeigneten Platz zum filmen.
Max ist als erstes an der Reihe. Er tankert sich mittig durch und verschwindet im Wasser, das von links und rechts in den Röhrenfall kommt. Unten angekommen lasse ich ihm den Wurfsack runter, dass er sich zum Knipsen in der gegenüberliegenden Wand postieren kann.
Da ich noch von der anderen Seite filmen will drängle ich mich vor und fahr als nächstes. Ich habe mich fürs boofen entschieden und fahre ziemlich weit links an, um in den Fall zu hüpfen. Die Paddelhaltung im Fall ist nicht ganz optimal, was man vom Ufer aus hören kann. Seis drum, das gute Werner hats ausgehalten.
Auch Markus tankert sich den Fall runter und verschwindet im Wasser. Ein beeindruckender Fall!
Gleich drauf folgt der nächste Fall, der perfekt gebooft werden kann. Max ist schon wieder am Start und booft voll ins grüne Wasser. Klatsch, da freut sich die Wirbelsäule. Markus schaltet daraufhin in den Schongang und fährt links im Hauptwasser runter. Er bekommt dafür eine Vollspülung.
Nun liegt es an mir, aus den beiden Varianten den Mittelweg zu finden. Dies gelingt mir auch und ich komme butterweich unten an.
Den Röhrenfall haben wir geschafft und er hat meine Vorstellung vollkommen übertroffen.
Nun folgt landschaftlich ein wunderschönes Stück. Kurzzeitig werden die Wände hoch und eng. Dann öffnet sich das Bachbett wieder und von links stürtzt ein Wasserfall, der durchquert werden müss.
Noch einmal ein Fall und dann taucht die Brücke auf, die den Ausstieg signalisiert. Nun müssen wir die Boote und die Nasse Kleidung 300 Höhenmetter zur Straße hinauf tragen. Glücklicherweise haben Max und ich ein Tragesystem. Markus muss schultern!
Nach den ersten paar Höhenmetern wird gleich klar, mein Gurtzeugs ist noch nicht Serientauglich. Bei Max sieht das ganze schon sehr professionell aus. Nachdem ich als erster los maschiert bin muss ich bei der hälfte des Weges feststellen, dass ich ganz allein bin. Nein Nein, ich war nicht zu schnell! Ich bin letzter, Max und Markus haben mich überholt!!
Doch zu guter letzt komme ich auch oben an und muss sagen, wenn es keine so eine Schinderei wäre, würde ich gleich nochmals fahren. Ein wirkliches Highlight, die Knechterrei lohnt sich auf jeden Fall!


biggrin Eins ist klar: Der Isorno is V O L L P O R N O!!!!! biggrin





Pitzbach