Melezza


Nach der Verzasca verlässt uns Markus, da er noch mit anderen Freunden eine Skitour macht. Sein Weg führt ihn durchs Melezzatal. Beim hoch fahren sieht er, dass die untere Melezza etwas Wasser hat. Da die Melezza kraftwerksabhängig ist, hat es auf dem unteren Abschnitt so gut wie nie Wasser. Wir fahren noch am Abend hin und begutachten von oben den Wasserstand.
Nach wenig Wasser sieht es nicht aus, denn unten ist alles weiß. Das Tor, welches zum Einstieg führt, ist offen. Sollen wir es wagen, hinein zufahren und hinten am Tunnel zu übernachten?? Gesagt, getan. Ein sehr ruhiger Platz. Das Tor war glücklicherweise am nächsten Morgen noch auf.
Als wir am abend noch eine andere Gruppe zu ihrem Auto fahren und vor dem Tor noch ratschen, kommt ein ernst dreinschauender Pickup- Fahrer, der wortlos an uns vorbei geht und das Tor abschleißt. Er meinte wohl, wir würden hinter fahrn. Wenn der wüßte.
Solange Max das Auto umsetzt, trage ich die Boote zum Ufer runter. Ein Pfad zum Einstieg ist bei dieser Fahrt noch nicht aus zumachen. Bei der dritten Fahrt existiert ein ausgeprägter Pfad hinunter.
Unten angekommen begutachte ich die ersten Stellen und bin beeindruckt von der Wassermenge.
Gleich am Anfang kommen Siphone und wir umtragen auch gleich. Das gigantische Loch, das beim Klammeingang steht umtragen wir mit. Wow sieht das alles beeindruckend aus. Wunderschöne Schlucht, schwere Stellen.

Immer wieder kommen schwere Stellen und unübersichtliche Katarakte, die wir besichtigen. Dann wieder ruhigere Abschnitte, wo man die Schlucht geniesen kann. Wettermäßig sind wir auch optimal unterwegs.
Wir sind nun schon eine ganze Zeitlang unterwegs. Immer wieder kommen schöne wuchtige Stellen und ich muss an Markus denken, der meinte, dass es ein "bisschen" Wasser hat. Da hat er sich wohl ein bisschen verschätzt.
In der unteren Melleza ist man völlig weg vom Schuss. die Straße verläuft weit oben am linken Ufer. Ein Fahrtabbruch wäre hier nur schwer möglich, stellenweise sogar unmöglich. Das viele besichtigen und der Sonnenschein macht uns zu schaffen.
Dann wir es offener und ruhiger und wir rechnen schon mit dem Ende, aber weit gefehlt, das ganze wird wieder enger und schwerer.

Die Schwierigkeiten nehmen wieder zu, so langsam bekommen wir hunger und einen trocken Mund haben wir auch schon. Auf der einen Seite sind wir gespannt was noch alles kommt, auf der anderen Seite könnte so langsam mal Schluss sein, aber ein Ende ist noch nicht absehbar.
Wir landen mal wieder an, denn schon wieder müssen wir eine Stelle besichtigen. Wir sind nicht nur von folgenden Stelle beeindruckt, sondern auch von dem riesigen Steinblock am anderen Ufer, wo sich die Melezzanixen sonnen. Bei diesem Publikum steigt die Motivation für die nächste Stelle ungemein!!
Wenn hier Nixen beim Sonnen sind, dann muss es bald geschafft sein. Es folgen noch ein paar wuchtige Katarakte und dann stehen wir vor einer Stelle, die nicht einsehbar ist. Max tastet sich vor und irgendwie sehe ich es schon kommen, er hat sich zuweit vorgetastet. Schon ist er hinter der Abbruchkante verschwunden, dann erscheint nochmals kurz die Bootsspitze und weg ist er. Ich warte einen Moment, dann erschallt auch schon ein lautes Juchtzen, er ist gut unten angekommen.
Was ist jetzt die optimale Linie? Ich weis es nicht und stürtze hinterher, Lande natürlich voll im Schlitz und hänge im Rücklauf. Glücklicherweise komme ich ohne weitere Probleme wieder raus.
Nach sechs Stunden kommen wir unten an.Das erste, was wir machen ist ein Bier zu verhaften. Das haben wir uns redlich verdient. Die Melezza ist so beeindruckend, dass wir sie in den folgenden Tagen noch zweimal fahren.







Pitzbach