Partnachklamm


Der erste Fall ist leider eingestürztcry und Bäume sind in der Klamm. Eine Fahrt ist nicht lohnend.

Was vorab zur Partnachklamm zusagen ist:
-Die Partnachklamm ist nicht mit dem Auto zu erreichen. Man muss vom Skistadion aus ca. 3km zu Fuß gehen.
-Man darf mit dem Boot nicht durch die Klamm gehen (Dies geht entweder vor oder nach den Öffnungszeiten, wenn die Kasse nicht besetzt ist)
-Es wird nicht gern gesehen, wenn man mit dem Kajak auftaucht, also sensibel mit dem Thema umgehen.

Der Eingangsfall ist leider eingestürzt

Die Partnach:
Ich kannte die Partnach nur ab dem Felssturz. Als Local war es Plicht zumindest einmal den Aufwand zu betreiben und die Partnach ab dem Felssturz zu fahren. Makus hingegen ist sie schon vor 15-20 Jahren gefahren, bevor der Felssturz in die Partnachklamm ging.
Mich interessierte die Partnachklamm nicht weiter, denn der ganze Aufwand war nicht lohnend und so vergingen die Jahre.

Das Hochwasser:
Im August 2005 ging ich bei strömenden Regen ins Patenkirchener Bierzelt. Auf den Staßen waren schon Sturzbäche. Nach der ersten Mass kam dann die Durchsage, das die Anwohner, die an der Kanker wohnen, doch bitte nach ihren Kellern schauen sollen. Kurz darauf kam ein Feuerwehralarm und dann war das Bierzelt so gut wie leer. Auch ich ging heim und dachte an den guten Loisachpegel mitten im Sommer. Jedoch war ich am nächsten Morgen überrascht, als ich zum Fenster hinaus sah. Es hatte die ganze nach durch geregnet und im Radio wurde über Garmisch berichtet. Die Zufahrt nach Garmisch war mit dem Auto nicht möglich. Halb Garmisch stand unter Wasser. Ich schnappte mein Foto und mein Radl und machte mich auf den Weg.
Sämtliche Brücken waren gesperrt. Zum Glück war ich nicht mit dem Auto unterwegs, denn damit wäre ich nicht weit gekommen.







Die Partnachklamm nach dem Hochwasser:
Nach dem Hochwasser dachte ich immer wieder an die Partnach, aber ich schaffte es zeitlich nicht, sie zu besichtigen. Erst im Spätherbst gingen Max und ich in die Klamm. Ganz gespannt komme ich um die Ecke und siehe da, der Felssturz hatte sich so verändert, dass der Fall und auch der Rest fahrbar waren. Wow!!!! Als hätte ich es im Urin gehabt. Leider hatten wir zu diesem Zeitpunkt viel zu wenig Wasser und so mußten wir bis zum Frühjahr bangen und hoffen, dass niemand anderer die Veränderung entdeckt.


Die Partnachbefahrung (6.Mai 2006):
Paddler: Colin Kessler, Max Fink, Markus Vögele, Ferdinand Wolff

Endlich ist es soweit!!!! Der Pegel scheint für den Fall i.O. zu sein. Es sind noch einige Bäume im Wasser, die wir entfenen müssen, aber auch das sieht alles machbar aus.
Nachdem alles Holz draußen ist holen wir unsere Boote und schleppen sie durch die Klamm. Oben angekommen wird nochmals ausführlich die Linie diskutiert. Das Weißwasser nach dem Fall sieht schon mächtig aus. Die Spannung steigt ins Unermeßliche.

So nun ist noch eine letzte wichtige Frage offen: Wer darf zuerst fahren.
Das ganze wird natürlich, wie immer, durch Schnick Schnack Schnuck entschieden. Ich hab mir die Nacht davor nicht den Kopf über den Fall zerbrochen, sondern darüber, wie ich im Schnick Schnack Schnuck gewinnen kann.
Wir stehen direkt am Fall und man hört nur noch: SCHNICK, SCHNACK, SCHNUCK. Jaaa, die Rechnung ist aufgegangen und ich bin der glückliche Sieger!!!!
Solange ich alleine nach oben marschiere stellen sich die anderen mit den Wurfsäcken auf. Ich steige oben ein und lass mir die Linie nochmals durch den Kopf gehen. Dann starte ich los. Am Fall versuche ich nach rechts auf die Platte zu kommen, was mir auch gelingt und dann merke ich, wie ich im Fall nach links abkippe. Meine erster Gedanke ist, nur hier nicht Rollen. Ich kippe direkt in den Pilz, der mich dann, wie ein Stehaufmännchen, wieder aufrichtet und ins Kehrwasser schiebt. Der Fall wäre geschafft!
Das Kehrwasser ist sehr turbulent, der Fall ist direkt dahinter. Ich muss weit nach links. Der erste Versuch gelingt mit nicht und ich stehe wieder im Kehrwasser. Der zweite Versuch gelingt, ich boofe über den Fall, muss fast nochmals Rollen und paddle die restlichen Meter ins Kehrwasser.

Der nächste am Start ist Markus. Er fährt an und setzt seinen Boofschlag links, dann beginnt sein Senkrechtstart. Mit der Spitze oben schlägt er im Weißwasser ein und landet auch direkt im Kehrwasser. Wow, sehr beeindruckend. Auch den zweiten Fall kommt er ohne Probleme runter.
Der dritte im Bunde ist Max. Im gelingt die Anfahrt perfekt und er sticht sauber ein. Auch er landet direkt im Kehrwasser.
Als wir uns zu beginn die Linie angeschaut haben, hat keiner vermutet, dass man das Kehrwasser bekommt, jedoch ist es anscheinend schwieriger, es aus zu lassen.
Max startet aus dem Kehrwasser in den zweiten Fall, kippt leicht nach rechts, kann es aber gut ausgleichen. Im Weisswasser taucht er gut ab, kommt jedoch ohne weiteren Probleme unten an.
Colin hat es noch offen gelassen, ob er fährt oder nicht. Nach dem das ganze doch nicht so einfach ist bin ich der Meinung, dass Colin nicht fährt. Weit, weit gefehlt!! Er will auch fahren. immmerhin ist es ja sein Hausbach!!!!!
Max gibt ihm nochmals ein paar Ratschläge und dann schreitet auch Colin nach oben. Ich positioniere mich mit der Videocamera und warte. Es dauert eine halbe Ewigkeit, wo bleibt er??? Dann kommt Colin angeschossen und fliegt waagerecht über den Fall hinaus. Landet direkt auf dem Pils.
Wir alle rechnen damit, dass auch er gleich im Kehrwasser ist, aber dem ist nicht so. Auch Colin ist etwas verblüfft und ich rufe zu ihm "Paddel weiter!!". Er gibt nochmals Gas und booft den zweiten Fall perfekt runter. Wir staunen nicht schlecht!
Wir steigen wieder in die Boote. Nun kommt der schon bekannte und leichtere Teil. Aufgepuscht vom Fall steigen und mit einem dicken Grinsen im Gesicht fahren wir durch die Klamm.
In der Mitte kommt nochmals eine etwas schwerere Stelle, die sich auch durch das Hochwasser verändert hat. In der Linie liegt im Unterwasser ein Stein, der einem die Linie verhaut. Dannach ist es geschafft. Noch ein bisschen durch die Klamm und dann öffnet sich das Bachbett und wir paddeln bis zur Wehranlage.
Nach dem wir uns umgezogen haben gehen wir zu Colin, der direkt an der Klamm wohnt und trinken ein Bier. Später lassen wir den gelungen Tag im Irish gebührend Ausklingen.


Zu guter letzt noch ein Dankeschön an die beiden Fotografen Toni und Drew und auch an Jen, die die Videoaufnahmen gemacht hat

Bilder Toni Brey: copyright by Toni Brey (external link)
Bilder Drew Benson: copyright by Drew Benson (external link)

Pitzbach