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Passer

Leider gibt es die Passer nicht mehr. Sie wird abgeleitet. Für alle, die sie nicht befahren konnten hier ein paar Bilder.

Wir sind schon den ganzen Sommer im Ötztal unterwegs und je näher der Herbst rückt, umso öfter hört man von der Passerschlucht auf der anderen Seite des Timmelsjoch. Jedoch weiß niemand so recht bescheid bis Markus meint, der Pegel stimmt, am letzten Wochenende waren welche auf der Passer. Kurzentschlossen starten wir auch gleich los, jedoch hat es zwischenzeitlich geregnet und wir stehen vor einer randvollen Passer. Viel können wir nicht besichtigen, denn die Passer ist größtenteils tief eingeschnitten, so können wir nur die ersten Stellen sehen und von weit oben erahnen, was da unten los ist. Schnell wird klar, dass dies eine Schneiderfahrt ist. Was jedoch klar ist, hier müssen wir wieder hin. Die kleine Preview der tief eingeschnittenen Schlucht hat ihren Eindruck bei uns hinterlassen.

Zwei Wochen später starten Max und ich unseren zweiten Versuch. Es ist nun schon Ende Oktober und sehr kühl. Es hat schon weit runter geschneit. Bald schließen die Pässe.
Der Wasserstand ist, im Gegensatz zu unserer letzten Schneiderfahrt, gut gesunken und das Ganze sieht nun fahrbar aus. Solange Max das Auto umsetzt, schaue ich mir die Strecke vor und nach der verfallenen Staumauer an.
Ein Drahtseil, dass vor der Staumauer über den Bach geht, kann ich mit einer Holzlatte in die Höhe hängen, sodass man drunter durch paddeln kann.
Wir starten völlig Planlos. Alles was wir über den Bach wissen beschränkt sich auf viele Stufen und einen sieben Meter Fall, wo unmittelbar davor eine unfahrbare Stelle ist.
Die ersten Meter vor Schluchtbeginn sind genau richtig um sich warm zu paddel und nach dem man unter der Staumauer durch ist, wirds auch schon immer zügiger.
Schon stehen wir im Kehrwasser vor der ersten Stufe und grübeln, wie man die wohl fährt. Anschauen ist von hier auch nicht drin. Also beschließen wir, das ganze weit rechts an der Wand zu fahrn. Max sticht los und ich gleich hinter her.
Der folgende Pegel ist auf 120cm. Wir beschließen die nächste Stelle, direkt nach dem Pegel zu umhüpfen, da das ganze rückläufig und unterspült aussieht. Gleich danach kommt eine schräge enge Stufe, die nicht verpatzt werden sollte, da der Rücklauf einen ganz schön aufmischen kann.
Nun heißt es links raus. Alles ist glitschig, bloß nicht ausrutschen. Wir klettern durch die Höhle nach unten und setzen direkt unten im Kolk wieder ein.



Jetzt geht es erstmal Verhältnismäßig ruhig weiter. Nach einer unübersichtlichen Katarakt landen wir an und rätseln über die Idealllinie des Wurmkanal.
Ich entschließe mich, als erstes zu fahren und tauche voll ab. Erst ganz unten tauche ich wieder auf. So, nun heißt es für Max, besser machen. Aber auch er verhaut die Linie und fällt in die Wand.
Nach einigen 100 Metern kommen wir an die unfahrbare Stelle. Der erste Hüpfer ist noch fahrbar, sollte aber nicht verpatzt werden, denn danach geht es gleich in die unfahrbare Stelle.
Früher war dies eine schöne Doppelstufe, die durch einen Felssturz unfahrbar wurde.
Wir setzen, nachdem wir das Boot linksufrig geschultert haben, vor einem engen Schlitz ein. Wer nicht die Bekanntschaft mit dem Felsriegel machen will, sollte sich weit rechts über die Platte schieben.
Gleich drauf kommt die wohl imposanteste Stelle auf der Passer. Die Einfahrt unfahrbar, dann eine Stufe, die rechtwinklig in einen 7m Abfall übergeht.
Wir schauen uns das ganze mit großen eek an und wissen im ersten Augenblick nicht so recht, wo bzw. wie wir das fahren sollen. Nach der ersten Aufregung kommen schon die ersten Ideen.Wir beschließen auf die andere Uferseite zu wechseln und nach dem ersten Fall in dessen Prallpolster einzubooten.
Ich wage mich als erster an die Sache. Mit Herzklopfen setze ich ein. Rechts die Felswand, links der Fall und ich balanciere über das Prallpolster auf den hohen Fall zu. Schwub und unten bin ich. Das ging besser als gedacht. Es soll mir aber nicht immer so gelingen...
Max macht sich schon auf den Weg zum Einstieg. Ich bin damit beschäftigt, einen guten Platz zum Filmen zu suchen und schon flitzt Max ums Eck hinab den Fall, taucht ein und hüpft Rückwärts wieder raus. Leider hat es ihn dabei auch aus dem Boot katapultiert, was in einem Schwimmer endet. Er kommt glücklicher Weise vor der nächsten Stufe raus, jedoch das Boot schwabt schon die Stufe hinunter. Max hüpft, geistesgegenwärtig und blitzschnell, über die Stufe hinweg, dem Kajak hinterher, welches schon den nächsten Katarakt hinunter treibt. Schnell wieder an Land umklettert er den Katarakt und gelangt, durch einen erneuten Hüpfer in kalte Nass, zu seinem Boot. Nochmals gut gegangen!!!
Nachdem wir wieder alles geordnet haben setzen wir unsere fahrt fort. Es folgt eine wunderschöner langer Katarakt. Die erste kleine Stufe sollte man etwas nach rechts hüpfen, da das Wasser links in eine Wand geht.
Dann geht es straight in eine Locke, die einen rechts ausspuckt, direkt in das letzte Stück des Katarakts. Wow!!

Eine Ecke weiter wartet schon die nächste Stelle. Vom Boot aus betrachtet sieht es so aus, als würde das ganze Wasser in eine Felswand schießen. Bei näherem hinschauen sieht das ganze dann doch machbar aus, man muss nur versuchen, seitlich über die Platte zu boofen.

Es geht etwas ruhiger weiter. Immer wieder kommen kleine Stufen. Die schräge Platte umtragen wir nochmals, da sich hier Bäume angesammelt haben.

Wir nähern uns der letzten Stelle, landen rechts an und klettern nach vorne, um die Stufen zu begutachten. Insgesamt sind des drei Stufen. Direkt nach der ersten Stufe bietet sich die Möglichkeit, links auszubooten um die folgenden Stufen zu sichern und filmen. Das kleine Kehrwasser sollte man jedoch erwischen, sonst geht es gleich weiter in die nächsten Stufen.

Die Einfahrt ist etwas eng und tricky. Das ganze macht in einem engen Kanal eine 180° Kurve. Erwischt man den falschen Kanal, tuts weh!!
Max hüpft die erste Stufe hinunter und kommt etwas zu weit links. Hier wartet eine Felsnase. Links angelandet deutet er mir, weiter rechts zu fahren. Gesagt getan, ich hüpfe weiter rechts, aber hab meine Probleme, das Kehrwasser zu erwischen. Nochmals richtig Gas geben, sonst gehts rückwärts weiter.


Wir starten in die letzten zwei Stufen. Max wird in der kleinen Stufe recht her gebremst, der Rücklauf ist nicht zu unterschätzen. Die letzte Stufe erwischt er perfekt rechts an der Wand. Ich rutsche vom Land ins Wasser um etwas mehr Schwung an der rückläufigen Stufe zu haben. Die Rechnung geht auf, ich komme problemlos durch den Rücklauf und wuchte mich die letzte Stufe hinunter.
Überfroh tingeln wir die letzen Meter dahin und steigen dann links aus. Eine Weiterfahrt ist nicht möglich, da ein unfahrbarer Katarakt folgt.



biggrin Wieder einmal eine typischer "Max-Ferdinand-Ausflug" biggrin



Pitzbach